Vor knapp einem Jahr habe ich hier in diesem Blog einen Artikel veröffentlicht, wie man mit dem iPhone über die FritzBox telefonieren kann. Der Artikel hat ein unglaubliches Echo ausgelöst und auch noch nach einem Jahr findet er viel Beachtung. Den Umweg über die Fritzbox habe ich damals vor allem deshalb gemacht, weil die Sprachqualität direkt mit den Providern mit den angebotenen iPhone Apps mehr als unbefriedigend war und eine Anrufannahme, wenn das App nicht aktiv war nicht möglich war. Deshalb wollte ich vor allem eine einfache Möglcihkeit bei Bedarf dennoch in meiner Wohnung mobil zu sein und über Festnetz telefonieren zu können, im Prinzip also dass iPhone als Schnurlostelefon.
In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Die meisten Voip-Provider bieten mittlerweile eigene Apps an, um mit dem iPhone über Voip zu telefonieren. Die beiden Provider, auf die ich zugreife bieten beide gut brauchbare Apps an.
Auf der Webseite verspricht Sipcall zum angebotenen eigenen iPhone App, welches ich für meine CH-Festnetznummer verwende vollmundig:
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Grundsätzlich verspricht Sipcall nicht zuviel. Besonders die Möglichkeit, auf eingehende Anrufe durch Pushmeldungen hingewiesen zu werden habe ich sehr zu schätzen gelernt. In der Praxis weiss ich so auch,wenn das App nicht aktiv ist, wann ein Anruf eingeht. Das funktioniert, wenn man über ein WLAN Netzwerk angemeldet ist sehr gut, bei reinen UMTS Verbindungen zeigt es den eingehenden Anruf zwar an, in der Regel ist die Verbindung jedoch zu langsam, um tatsächlich rechtzeitig nach dem Start des Apps das eingehende Gespräch auch aufzubauen. Ausgehende Gespräche über UMTS kann man zwar aufbauen, allerdings ist die Gesprächsqualität meiner Meinung nach sehr bescheiden, um nicht zu sagen unbrauchbar. Insofern ist die Benachrichtigung über Push unterwegs für mich von der Funktion her die eines reinen Anrufmonitors. Je nach dem, wer gerade anruft, kann ich dann ganz normal über das Mobilfunknetz zurückrufen. Insgesamt habe ich von dem Sipcall App einen sehr guten Eindruck, die Sprachqualität entspricht ungefähr jener, welche ich auch habe, wenn ich mit meinem ISDN Telefon via Voip über die FritzBox telefoniere.
Neben all den positiven Seiten hat Sipcall bzw. das App auch negative Seiten. Rein akustisch wäre da mal der doch sehr nervige Klingelton zu erwähnen, der nicht verändert werden kann (jedenfalls habe ich noch nicht herausgefunden wie). Wenn man beim App die Pushmeldungen aktiviert hat, so lässt es Sipcall es nicht mehr zu, dass man sich parallel dazu auch an einem anderen Gerät anmeldet. So muss man sich entscheiden, ob man z.B. über die FritzBox oder das iPhone-App telefonieren möchte. Das hat Sipgate besser gelöst.
Bei Sipgate kann ich auch mit mehren Geräten gleichzeitig eingelogt sein. Allerdings bietet Sipgate keine Pushmeldungen an. Deshalb können auch keine Anrufe angenommen werden, wenn die App nicht aktiv ist. Grundsätzlich ist die Sprachqualität beim Sipgate App mittlerweile sehr gut, was am Anfang nicht so war. Die Oberfläche gefällt mir sehr gut, sie ist sehr schlicht und einfach zu bedienen. Aber durch die fehlenden Pushmeldungen ist der Nutzen der Anwendung doch sehr eingeschränkt, weshalb ich Sipgate immer weniger verwende und meinen Freunden und Bekannten in Deutschland nahegelegt habe mich auf der CH-Telefonnumer anzurufen, da die Wahrscheinlichkeit mich auf der deutschen Sipgate-Nummer zu erreichen doch recht gering ist, wenn ich nicht zu Hause bin und meine FritzBox nicht gerade den Anruf annimmt.
Hiermit komme ich dann auch schon zu meinem Fazit. Noch komme ich noch nicht um meine Fritzbox umhin, solange das Sipgate App keine Anrufe über Pushmeldung anzeigt. Am liebsten wäre es mir, wenn ich dennoch alle meine VOIP-Accounts über die Fritzbox laufen lassen könnte, ich ein App auf dem iPhone hätte, dass sich von überall her mit der Fritzbox verbindet und Anrufe auf der Fritzbox über Push auf meinem iPhone angezeigt werden. Aber da bleibt wohl der Wunsch Vater des Gedankens.
Weltenbummler.
Social Worker.
Jugendbeauftragter @ Stadt Uster.