Die Wahlen in der Schweiz sind vorbei und die SVP hat stark zugelegt. Die meisten Medien habe das starke Abschneiden der SVP damit erklärt, dass die SVP jene Themen anpacke, vor welcher sich die anderen Parteien drücken würde. Einer These, welcher ich so nicht zustimmen würde. Die allermeisten Lebenslagen lassen sich nicht durch einfache und reduzierte Aussagen erklären. Im Blog von Hugo Stamm habe ich eine sehr interessante Analyse bzw. Interpretation der Wahlen gefunden, welcher ich im grossen und ganzen nur zustimmen kann:
Dramatisch ist, dass die SVP vor allem bei den Schwachen und Unterprivilegierten Stimmen holen konnte. Das mangelnde Bewusstsein für die politischen Zusammenhänge trieb diese Wählerschichten in die Arme der Volkspartei. Diese profitierte von der Abneigung gegenüber Ausländern. Unterprivilegierte neigen dazu, die Ursache ihrer Probleme bei den noch Schwächeren zu orten. Der Tenor: Die Ausländer schmarotzen, nehmen uns die Jobs weg, vergewaltigen unsere Frauen, sind kriminell usw. Dass dies eine einseitige und verzerrte Wahrnehmung ist, kümmert sie nicht. Hauptsache, es gibt noch eine tiefere Unterschicht, auf die man eindreschen und auf deren Kosten man seinen Frust kompensieren kann.
Weiter beschreibt er dann, dass ja eigentlich genau jene Parteien abgestraft wurden, welche sich eben genau für die schwachen einsetzten, für die “Unterprivilegierten” in der Gesellschaft, welche am meisten von Sozialabbau und Leistungskürzungen betroffen seien.
Dieses Wahlverhalten bringt er mit seinem Fazit auf den Punkt:
Auch dies ist ein Sektenphänomen: Die SVP-Gläubigen erhoffen sich die grosse Freiheit, handeln aber gegen die eigenen Interessen.
Den gesamten, sehr lesenswerten Artikel gibt es hier.
Kleiner Nachtrag: Google liefert 174.000 Suchergebnisse für Sekte SVP:

Weltenbummler.
Social Worker.
Jugendbeauftragter @ Stadt Uster.