Artikel in der Aargauer Zeitung vom 09.03.2012, mit Interview mit mir.

Ab sofort werden Nils Münger und Ersin Dincer das Bundeshaus aufmischen. Sie sind die neuen Lobbyisten von Kinderlobby Schweiz. Damit haben sie eine konkrete Aufgabe vor sich: Sie müssen die Forderungen, die jeweils an der nationalen Kinderkonferenz gemacht werden, ins Bundeshaus tragen.
«Sie sollen viel mit Parlamentariern sprechen und diese auf die Themen in Bezug auf die Rechte und Anliegen der Kinder und Jugendlichen sensibilisieren», sagt Daniel Goldberg. Er ist verantwortlich für die Kinderlobbyisten und unterstützt sie.
Müller und Feri lassen Kinderlobby rein
Die Lobbyistenpässe bekommen sie vom Aargauer Natonalrat Geri Müller (Grüne), der schon seit längerem die Kinderlobby ins Bundeshaus lässt. Und von der Aargauer Nationalrätin Yvonne Feri (SP), die erst seit kurzem im Parlament ist. Auf die Anfrage von Kinderlobby Schweiz hat sie sich entschieden, einer ihrer zwei Lobbyistenpässe der Kinderlobby zu geben.
Angesprochen auf die Absenzzeiten in Schulen und im Lehrbetrieb sagt Goldberg: Die Kinderlobbyisten seien nicht immer in der Session, nur wenn Geschäfte behandelt werden, die Kinder und Jugendliche betreffen.
Denn Nils Münger aus Bern ist 15 Jahre alt und geht noch ins Gymnasium. Ersin Dincer ist aus Uster, 17 Jahre alt und ist in der Ausbildung zum Milchtechnologen. Ihre Aufgabe als Kinderlobbyisten können sie nur wahrnehmen, weil sie von ihrer Schule und vom Lehrbetrieb unterstützt werden.
Kinderlobbyistem müssen einiges können
Um sich im Bundeshaus als Kinderlobbyist zu betätigen brauche es verschiedene Fähigkeiten, so Goldberg. «Man darf keine Angst haben auf Leute zu zugehen, es braucht Offenheit und ein Interesse an der Sache sowie die Fähigkeit, an einem Thema dran bleiben zu können.» Er bezeichnet es als «eine grosse Lernchance für die Jugendlichen.»
Ihren ersten Tag im Bundeshaus haben die Kinderlobbyisten gut gemeistert. Sie haben sich mit Ueli Leuenberger (Präsident Grüne), mit Geri Müller (Grün) und Yvonne Feri unterhalten. Dazu Goldberg: «Die Nationalräte haben positiv reagiert. Ich denke, diese Themen kann niemand glaubwürdiger vermitteln als Jugendliche selbst.»